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Kayserstuhl und die Mittelaltermöbel
  STORY: WIE KAM ES ZU KAYSERSTUHL© -WISSEN: MÖBEL IM MITTELALTER  
         
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  Inhalte dieser Seite
An dieser Stelle möchten wir die Gelegenheit ergreifen, ein paar Worte über die Idee zur Kayserstuhl-Webseite zum einen und zur Herstellung mittelalterlicher Möbel zum anderen zu verlieren.
Ausserdem haben wir einiges an Material zur Geschichte der Möbel insbesondere im Mittelalter zusammengetragen.
Mittels Mausklick im Menü rechts gelangt man direkt zu den entsprechenden Einträgen.
 

STORY: WIE KAM ES ZU KAYSERSTUHL
Wie kam es zu "Kayserstuhl"
Webdesign: Hieronymus Bosch ;-)
Die "Philosophie" hinter unseren Möbeln
Kayserstuhl und Copyrights

WISSEN: MÖBEL IM MITTELALTER
Möbel im Mittelalter
Gotische Möbel
Der Thron im Wandel der Zeit
Ein Stuhl wie noch heute: Die Stabelle
Kulturgeschichte des Sitzens
Linkliste: Mittelalter Möbel
Tischsitten im Hochmittelalter

RECHERCHE? JA... AUCH DAS
Bildbelege für Schränke & Regale NEU

 
       
 

Wie kam es zu "Kayserstuhl"
Wenn man - wie ich - über 40 ist, einen Familientross mit sich herumschleppt und dann noch auf die absurde Idee kommt, seine Wochenenden in mittelalterlichen Zeltlagern zu verbringen, möchte man wohl irgendwann trotz aller Authentizität nicht mehr auf dem blanken Erdboden sitzen. Ausserdem hat man einiges zu transportieren und ein Bett wäre auch nicht schlecht.
Also recherchiert man das Thema "Möbel im Mittelalter", weil man ja schlecht mit dem Aluminium-Klappstuhl, einem Bundeswehr-Feldbett und diversen Plastikcontainern auf einer Burg anrücken kann.
Was ich - zumindest auf deutschen Seiten - im Internet fand, war relativ spärlich und entsprach oft nicht meinen Vorstellungen.
Fertig zu kaufen gibt es kaum etwas.
Zur Genüge finden sich Bauanleitungen für mittelalterliche Möbel, wobei es jedoch wirklich schwierig ist, sich mit mehr als einer Truhe oder Tischen und Bänken innerhalb einer hochmittelalterlichen Zeitstellung zu orientieren. Es blieb also beim Versuch.
Als ausgebildeter Modelltischler, Designer und Innenarchitekt ist man da vielleicht eigen und wirklich "A" sowieso nicht.
Jedenfalls wachte ich eines morgens auf und mir schoß zufälligerweise dieser Name durch den Kopf: Kayserstuhl.
Zum einen ein originelles Wortspiel, zum anderen auf Grund des bekannten deutschen

  Screenshot der Kayserstuhl-Homepage  
  Mittelgebirges gut zu merken, ergab sich durch die Kombination mit dem in der Mittel-alterszene so beliebten "Y" ein aus meiner Sicht perfekter Name für eine Internetseite mit dem Thema Mittelalter-Möbel.
Die Idee war geboren und die Möbel auf dieser Webseite sind das vorläufige Ergebnis.
 
       
  Webdesign: Hieronymus Bosch ;-)
Selbstverständlich heißt der Webdesigner nicht Hieronymus Bosch, aber das muß man erst mal erklären. Optik und Layout der Webseite waren ein weiteres Thema. Natürlich geht jeder Webdesigner einen anderen Weg um ein in seinen Augen gefälliges Erscheinungsbild zu erreichen.
Nach langem Überlegen kam nur ein künstlerisch romantisches Ambiente in Frage, sozusagen ein Bild gewordener Minnesang über all die Fleischlichkeit und Lebenslust in der Vergänglichkeit des Mittelalters.
 
 

Zunächst kamen die Motive des Teppichs von Bayeux in Frage. Diese schienen dann aber optisch zu nah an der Grenze zwischen Früh- und Hochmittelalter und zu wenig oppulent und farbenfroh.
Die Webseite sollte ein farbiges, lebensfrohes und homogenes Erscheinungsbild haben.
Da also das gesamte Layout aus einer Vielzahl von einzelnen Bildern "komponiert" werden sollte und sonst kaum etwas zu finden war, fiel die Wahl auf den exaltierten und hochbegabten niederländischen Maler Hieronymus Bosch (* um 1450, † 1516) und das, obwohl dessen schöpferisches Wirken im ausklingenden Spätmittelalter, also am Ende der Epoche, anzusiedeln ist.
Zudem waren auf einigen seiner Bilder auch Möbel oder zumindest Teile von Möbeln zu sehen. Das Design der Homepage ist also sozusagen eine "Bosch-Collage" aus vielen Einzelteilen seiner Werke. Der Kunstliebhaber möge diese "Entstellungen" verzeihen. Sie geschahen mit großem Respekt vor dem Schöpfer dieser Kunstwerke.

 

Teilansicht von "Ecce Homo", Hieronymus Bosch

Bild: Teilansicht "Ecce Homo"

 
     
  Mehr zu Hieronymus Bosch findet man unter anderem auf diesen Webseiten:
http://www.boschuniverse.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Hieronymus_Bosch
http://de.wikipedia.org/wiki/Bilder_von_Hieronymus_Bosch
http://www.whoswho.de/templ/te_bio.php?PID=1170&RID=1
 
       
  Die "Philosophie" hinter unseren Möbeln
Da wir auf der Willkommensseite von Kayserstuhl© ja bereits betont haben, daß wir in erster Linie auf den praktischen Nutzen und eine tragbare Preisgestaltung unserer mittelalterlichen Möbel Wert legen, an dieser Stelle ein paar Worte dazu:
Wir haben Freude an dem, was wir hier tun, aber wir machen es nicht nur zum Spaß.
Auch wenn wir in vielen Details weitgehend Verbindungstechniken benutzen, die im Mittelalter bereits verwendet wurden, sind die Kayserstuhl Mittelaltermöbel nicht wirklich authentisch. Wir versuchen vielmehr, Möbel anzubieten, wie sie hätten sein können. Daß wir dabei moderne Maschinen benutzen und 40mm starke Massivholzplatten nicht mit authentisch hergestelltem Leim selbst produzieren sondern fertig kaufen ist eine Frage der Kosten. Auch die Verwendung von Eichenholz treibt den Preis exorbitant in die Höhe. Ebenso wie handgeschmiedete Beschläge bieten wir es deshalb nur gegen Aufpreis an.
Gleiches gilt für die Frage nach geschnitzten Verzierungen oder gedrechselten Elementen. Wer diesen ungeheuren manuellen Aufwand haben möchte, der bekommt ihn - gegen Aufpreis - auch bei uns. Ansonsten beschränken wir uns darauf, kompliziertere Formen soweit als möglich mittels moderner maschineller Fertigungstechniken (insbesondere Fräsen) zu erzielen.
Wir vermeiden natürlich sichtbare Schraubverbindungen und ähnliches.
Truhenbeschläge versehen wir auf der Innenseite jedoch aus Stabilitätsgründen mit durchgesteckten Schrauben und Muttern. Sollte das jemand nicht akzeptieren, so reagieren wir gern auf konstruktive Vorschläge und Sonderwünsche.
Klar sollte ausserdem jedem sein, daß Möbelstücke wie ein steckbarer Thron, sollten sie überhaupt jemals existiert haben, einer verschwindend kleinen Bevölkerungsschicht vorbehalten waren. Das gleiche gilt für die reicher verzierten Tische und Bänke.
Mobil mit Möbeln unterwegs war sowieso nur der Hochadel. Allerdings fahren heute auch Mittelalterinteressierte, die niedere Stände darstellen, mit dem eigenen Auto ins weit entfernte Lager oder zum Mittelaltermarkt. Wie authentisch der Einzelne dabei wirken und (er)leben möchte, sei aus unserer Sicht jedem selbst überlassen.
 
       
  Kayserstuhl und Copyrights
Wie bereits mehrfach erwähnt, sind die Kayserstuhl Mittelaltermöbel keine Repliken mittelalterlicher Möbel, sondern an das Mittelalter angelehnte eigenständige Entwürfe. Da wir viel Zeit und Geld in den Entwurf, den Prototypenbau und in die Kayserstuhl Webseite investiert haben, möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, daß unsere Produkte urheberrechtlich geschützt sind. Natürlich können und wollen wir niemanden daran hindern, unsere Mittelalter-Möbel in der heimischen Ritter-Hobbywerkstatt nachzubauen. Sollten wir allerdings auf jemanden stoßen, der unsere Konstruktionen und Entwürfe mutwillig zu kommerziellen Zwecken kopiert, so werden wir nicht zögern, rechtliche Maßnahmen zu ergreifen.
 
       
  Möbel im Mittelalter
Mobilität hatte bei mittelalterlichen Möbeln - genau wie im heutigen "Marktmittelalter" eine hohe Priorität. Wer sich - wie der Hochadel - entsprechendes Mobiliar leisten konnte, zog mitsamt Gefolge und Einrichtung umher.
Faltstühle, Truhen, Tische und Schreibpulte waren häufiges Transportgut.
Dabei hatten die Truhen einen hohen Stellenwert, dienten sie doch der Aufbewahrung und dem Schutz von Geld, Hausrat und Kleidung.
Insofern kam der Truhe auch ein gewisser künstlerischer und representativer Stellenwert zu. Im Frühmittelalter war sie noch ein eher einfaches Möbelstück. Es gab längliche Formen mit geradem Gesims, Giebel- oder Dachstollentruhen und Truhen in Sarkophagform.
 
 

In Nordeuropa kamen vorwiegend Nadelhölzer zum Einsatz, in südlicheren Gefilden bevorzugte man Eichenholz.
Aus romanischer Zeit sind nur wenige Exemplare mit typischen Merkmalen erhalten.
Zu Beginn der Gotik brachten landwirtschaft-liche Verbesserungen und ein günstigeres Klima verbesserte Lebensbedingungen und einen aufblühenden weit überregionalen Handel mit sich.
Der gehobene Lebensstil adeliger Gesell-schaftsschichten bedingte vermehrt den Wunsch nach repräsentativeren Möbel-stücken. Innerhalb der Handwerkszünfte entstanden mit zunehmender Spezialisierung völlg neue Berufszweige wie Tischler, Schreiner und Kistler.
Die in der der Architektur typischen, gotischen Formen setzten sich allerdings hier erst ca.zwei Jahrhunderte später durch. Truhen waren zu Beinn des 14. Jahrhunderts oft noch mit heraldischen Darstellungen wie Wappentieren verziert. Mit der Zeit folgten die bekannten architektonisch beeinflussten Spitzbogenarkaden.
Im Spätmittelalter tauchten dann auch filigrane Giebeln, Fialen, Rosetten, florale Motive und Darstellungen menschlicher Gestalten auf.

 
Bild: Der Evangelist Lukas
 
       
  Gotische Möbel
Die gotische Architektur brachte neue, dramatische Raumvorstellungen durch den Gebrauch von Spitz- und Strebebögen. Doch die Möbel des 12. Jahrhunderts wurden durch den neuen Stil kaum beeinflusst. Die gotischen Kathedralen waren einfach und praktisch ausgestattet, die Wände mit Tapisserien behängt. Bis etwa 1400 findet man die typischen Dekorationselemente der Gotik wie Spitzbögen nicht in der Möbelkunst, später jedoch wurden Filigranmuster und Bögen auf die Täfelungen von Stühlen, auf Truhen und Tische jeder Größe geschnitzt.
Im 15. Jahrhundert begannen sich neue Möbeltypen herauszubilden, darunter die Anrichte, die einen kleinen Stauraum enthielt und eine Ablage besaß. Schränke wurden entweder zwei- oder dreistufig gebaut. Jede Stufe enthielt je einen mit Türen abgeschlossenen Stauraum. Ein weiteres wichtiges Möbelstück zur Aufbewahrung von Gegenständen war der bis ins 16. Jahrhundert gebaute Armoire, ein eintüriger Schrank, der meist von vier schlanken Säulen eingefasst war. Daneben setzten sich dekorative senkrechte Schnitzereien (Faltwerk) durch, die wie drapierte Textilien aussahen. Der gotische Stil beeinflusste den Möbelbau bis Ende des 16. Jahrhunderts.
 
       
  Der Thron im Wandel der Zeit
Throne in der Antike

In der Antike sind Throne von Anbeginn das Symbol der Könige und Götter gewesen. Der Thron diente für die Krönungszeremonien und die Inthronisation. Dem Thron wurde eine direkte Verbundenheit mit der königlichen Macht zugesprochen. Die Griechen reservierten nach Homer einen zusätzlichen leeren Thron im königlichen Palast und den Tempeln für die Götter. Der berühmteste dieser Throne war der Thron von Apollo in Amyclae. Die Römer hatten auch zwei Throne, einen für den Kaiser und einen für die Göttin Roma, deren thronende Statuen zum religiösen Zentrum wurden. Für die Hethiter waren die Throne selbst Götter.
Kirchliche Throne
In der Hierarchie der Katholischen Kirche sind Throne zum Beispiel der Sitz des Bischofs: die Cathedra. Der Thron des Papstes ist die Cathedra Petri (siehe auch Heiliger Stuhl). Heute hat der Thron in der katholischen Kirche nur mehr symbolische und zeremonielle Bedeutung.
Königsthron
Die Thronsetzung war lange Zeit wichtiges
 


Bild: Krönungsstuhl der Westminsterabbey

 
  Element der Königserhebung, so 936 bei der Wahl Ottos I. bei der Thronsetzung auf den Karlsthron in Aachen. Eine ähnliche Bedeutung kam dem Herzogsstuhl bei der Erhebung der Herzöge zu, wegen der fehlenden Krönung ist hier die Thronsetzung freilich noch konstitutiver.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Thron
 
       
  Ein Stuhl wie noch heute: Die Stabelle
Die Stabelle ist ein Stuhl mit vier schrägen Beinen, die in einer mit einem Schwalbenschanz eingenuteten Gratleiste stecken. Durch diese Konstruktion kann das massive Sitzblatt arbeiten, ohne dass es sich verzieht. Die Stabelle hat oftmals eine dekupierte, geschnitzte Rückenlehne, die in das Sitzbrett eingelassen und unten verkeilt wird. Traditionell steht das Rücklehnenblatt zur Stabilisation an den hinteren Beinen an. Das führt dann zu zwei Schlitzen im Sitzbrett. Man findet heute allerdings eher die Konstruktion mit nur einem Schlitz im Sitzbrett.
Die Stabelle löste ab dem 16. Jahrhundert auf dem Land den Hocker als alltägliches Sitzmöbel ab.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Stabelle
 
       
  Kulturgeschichte des Sitzens
Die Anfänge des 'Homo sedativus' liegen zirka achttausend Jahre zurück. Aus der Zeit um 5750 v. Chr. stammen einige, in Catal Hüyük in Südanatolien gefundene Tonstatuetten von Göttinnen, die (im Körperbau vergleichbar der Venus von Willendorf) eine Hockstellung einnehmen und so, als hockende Übermütter mit ausladenden, den Boden berührenden Hinterbacken, "das Verhältnis von Fruchtbarkeit und Kosmos" symbolisieren. Zugleich nehmen diese Göttinnen aufgrund ihrer mächtigen Leibesmitte (oft sind sie Schwangere oder Gebärende) eine Körperhaltung ein, die dem Sitzen ähnelt. Kommen noch zwei Löwen dazu, deren Köpfe Armstützen und deren Schweife eine Lehne abgeben, dann zeigt sich die Große Göttin als "Urbild" (Hajo Eickhoff) der ersten Throne. Von späteren Herrschern, ob Pharao, König oder Papst, unterscheidet sie ein Charakteristikum: "Sie hält sich in und durch sich selbst". Im alten Ägypten ließ man nur die Pharaonen thronen, was bedeutete: sie waren die einzigen im Land, die sitzen mussten, während es ansonsten üblich und bequem war, sich auf dem Boden niederzulassen. Die Rolle des sitzenden Pharaos oder Königs war ambivalent: Wer auf einem Thron zum Sitzen gebracht wird, befindet sich einerseits hoch über seinen Untertanen, die sich von ihm (seltener: ihr) befehlen lassen - die ihn aber im Gegenzug, sei es wegen anhaltender Dürre oder unablässigem Regen, auch wieder absetzen und töten können. Die Herrscherposition vereinigt Macht mit größter Abhängigkeit.
Die weitere Verbreitung der Sitzhaltung vollzog sich, beginnend mit den Thronen der Könige und Fürsten, an den Plätzen weltlicher und geistlicher Macht, in Herrscherhäusern und Klöstern.
In der Folge, etwa ab dem 16. Jahrhundert, wurde die Praxis des Sitzens vom erstarkenden Bürgertum übernommen. So gewöhnte man sich in Europa nicht nur an das Kulturgerät Stuhl, sondern auch an eine als "gesetzt" zu bezeichnende Denk- und Lebensweise. Querdenker wie den Philosophen Friedrich Nietzsche, der in der Tradition der altgriechischen Peripatetiker darauf bestand, im Gehen seine Ideen zu finden, mag es im Laufe dieser Tradition immer gegeben haben, auch Bohémiens oder Stehpultschreiber. Doch der Teil der bürgerlichen Erdbevölkerung, der sich für "zivilisiert" hält (es ist der kleinere Teil), hat sich seit Beginn der Neuzeit ans Sitzen gewöhnt. Er hat sein rechtmäßig besetztes Eigentum im Bürgerlichen Gesetzbuch dreifach verankert und träumt davon, sich auf einer eigenen Immobilie zur Ruhe zu setzen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Stuhl_%28M%C3%B6bel%29
 
     
  Linkliste Mittelalter(-möbel):
Buch: "Mittelalterliche Möbel selber bauen"
Buch: "Truhen - Kisten - Laden vom Mittelalter bis zur Gegenwart"
Buch: "Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch"
Buch (englisch): "Medieval Furniture: Plans and Instructions for Historical Reproductions"
Buch (englisch): "Oak Furniture - The British Tradition"
Webseite (englisch): http://www.historyinthemaking.co.uk
 
         
       
  Tischsitten im Hochmittelalter
Die Tischsitten im Mittelalter waren feiner, als vielfach bekannt ist. Ab etwa 1200 galten Verbote für lange Fingernägel, das Wegwerfen von Abfällen unter den Tisch, Schneuzen mit der Hand, Kratzen, Spucken, Zähnesäubern mit der Messerspitze und das Abschlecken der Finger. Damals wurde selbst in vornehmer Gesellschaft noch mit den Fingern gegessen. Man teilte sich mit Nachbarn den Löffel und das Trinkgefäß und nahm Fleischstücke aus der gemeinsamen Schüssel oder dem großen Topf. Deswegen wurde das öffentliche Händewaschen vor und nach dem Essen eingeführt. Zuerst beherzigten Adlige die feineren Tischsitten, später auch Bürger und Bauern.

Verpönt war es vor rund 800 Jahren auch, die Ellbogen auf den Tisch zu legen und Knochen mit den Zähnen abzunagen oder mit den Fingernägeln zu bearbeiten. Unklar blieb, womit man den fettigen Mund vor dem Benutzen des gemeinsamen Trinkgefäßes säubern sollte. In einigen Tischregeln wurde für solche Situationen vorgeschlagen, sich des überhängenden Tischtuches zu bedienen, damit jedoch nicht die Zähne zu reinigen und auch nicht hinein zu schneuzen. Andere Tischregeln wiederum forderten dazu auf, den Mund mit der Hand abzuwischen.

Mit seiner eigenen Kleidung reinigte man nicht nur fettige Finger und den schmutzigen Mund, sondern putzte man bei Schnupfen auch die Nase. Servietten, die es bereits in der Antike gegeben hatte, wurden erst im 15. Jahrhundert wieder entdeckt.

 
         
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